REZENSION: „DIE KUNST DES ATMENS“ von TJ Klune

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TITEL: Dies Kunst des Atmens
TITEL ORIGINAL: The Art of Breathing
AUTOR: TJ Klune
UEBERSETZER: Teresa Simons

HERAUSGEBER: Dreamspinner Press

COVERDESIGN: Paul Richmond
GENRE: Zeitgenössisch
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Nein
PREIS:  6,37€ (Amazon), $6.99 (Dreamspinner Press)
SEITENZAHL: 376 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 18. August 2015

 

KLAPPENTEXT:  Fortsetzung zu Familiengründung, Artenschutz inbegriffen

Nach seinem Schulabschluss verließ der sechzehnjährige Tyson Thompson die Stadt Seafare in Oregon zuversichtlich und mit großen Plänen, musste jedoch bald herausfinden, wie grausam die wirkliche Welt ist. Nun kehrt er nach vier Jahren des Versagens, einem Kampf gegen die Abhängigkeit und mit einer diagnostizierten Panikstörung an die Küste zurück. Sein Bruder Bär und dessen Mann Otter sind davon überzeugt, dass Tyson dort zu sich selbst zurückfinden wird. In der grünen Monstrosität und umgeben von seiner Familie bemüht sich Tyson, die Scherben seines Lebens wieder zusammenzusetzen.

Doch nicht lange nach seiner Rückkehr erfolgt die unvermeidliche Konfrontation mit Tysons Kindheitsfreund und erster Liebe Dominic Miller, mit dem er seit seiner Abreise aus Seafare keinerlei Kontakt hatte. Die Begegnung reißt alte Wunden auf, legt neue Geheimnisse offen und macht Tyson klar, dass seine Vergangenheit noch vielschichtiger ist als vermutet.

Zwischen vertrauten Gesichtern, neuen Freunden und alten Erinnerungen an die folgenschwere Entscheidung seiner Mutter erkennt Tyson, dass er sich für eine glückliche Zukunft erst mit seiner unglücklichen Vergangenheit auseinandersetzen muss.

AnneDir dritte Band zur „Bär, Otter und der Junge“-Reihe wird diesmal aus der Sicht von Tyson erzählt. Das Buch ist sehr emotional, tiefgründig aber nicht weniger humorvoll als die bisherigen Bücher. Neben einem kurzen Rückblick, wie Tyson und Dominic sich getroffen haben, berichtet uns Tyson von seinem Leben, ab dem Zeitpunkt, wo wir ihn im zweiten Buch verlassen haben.

Der Junge ist dabei seinen Highschoolabschluss mit Auszeichnung zu machen (wie soll es auch anders sein) und bereitet sich darauf vor, ca 5.000 Meilen weit weg aufs College zu gehen. Dass er dabei Teile seiner Familie und seinen allerbesten Freund zurück lassen muss, scheint ihm erst richtig bewusst zu werden, als die Zeit des Abschieds immer näher rückt. Als er dann seinen besten Freund auch noch mit einer anderen rumknutschen sieht, bricht für Tyson eine Welt zusammen. Er merkt, dass seine Gefühle mehr sind als nur Freundschaft. Er fühlt sich verraten und weiß aber auch nicht damit wirklich umzugehen. Bis zuletzt hofft er, dass Dominic ihn bittet zu bleiben. Die Worte bleiben jedoch unausgesprochen. Er zieht mit seinem Bruder Bär und dessen Mann, Otter, der wie ein Bruder-Vater für Tyson ist, weit weg und geht aufs College. Als dann mit einem Mal ein erschütternder Brief von Dominic kommt, reißt es Tyson den Boden unter den Füßen weg. Er will keine Erklärungen hören, alles was er sieht und fühlt ist Angst, Verlust und Verrat. Er bricht den Kontakt zu Dominic ab. Während sein Bruder und Otter im Sommer regelmäßig nach Hause fahren, bleibt Tyson allein zurück. Es geht sogar soweit, dass er seine Gefühle mit Tabletten betäubt. Er macht einen Entzug, mit Bärs und Otters Hilfe steht er es durch. Bis das College ihn suspendiert. Mit seinem neuen besten Freund (besten Freundin) und Ex, Corey/Kori, im Schlepptau, fährt Tyson mit seiner Familie zurück nach Hause nach Seafare zur grünen Monstrosität. Seine Familie wieder zu sehen, tut ihm gut, hat er aber dennoch Angst, Dominic zu treffen. Jedoch ist dieser beim Willkommensessen nicht mit dabei, seine Familie hat Rücksicht genommen, obwohl auch Dominic zur Familie gehört. Und wie soll es anders sein? Man nehme Bär, ein wenig zu viel Alkohol und ein brisantes Thema, dass man in einer solchen Runde besser nicht so drastisch zur Sprache bringt, und das Thompson-Familiendinner ist perfekt!! Man wartet eigentlich regelrecht drauf und „Neuling“ Corey kommt ganz auf seine Kosten, die angepriesene Familie seines besten Freundes und die leicht neurotische Seite dessen großen Bruders kennenzulernen.

Aber Tyson kann sich nicht ewig drücken und muss Dominic über kurz oder lang bald gegenübertreten. Dass Dom dann auch ausgerechnet der Polizist ist, der Tyson und Kori festnimmt, damit hat man ja nicht sofort gerechnet. Tyson muss zugeben, dass er seinen Freund vermisst hat, ein klein wenig zumindest, auch wenn ihm seine Hormone und pubertären Gedanken diesbezüglich den Gar ausmachen wollen. Aber wer kann schon einem an die gefühlten zwei Meter großen, muskulösen, dunkelhaarigen und verdammt sexy Cop widerstehen? Tyson fühlt sich immer noch zu ihm hingezogen, doch siegen seine Gefühle des betrogen worden seins. Als dann auch noch eine kleine Überraschung oben drauf kommt, ist Tyson vollkommen am Ende. Dennoch kann Corey/Kori ihn davon überzeugen, sich zumindest mit Dominic auszusprechen. Die beiden gehören nun einmal zusammen, vier Jahre Funkstille hin oder her. Sie sind halt unvermeidlich. Sie versuchen miteinander zu reden und Tyson muss eingestehen, dass er nicht alles gewusst hat oder sehen wollte. Während seine Familie einiges, was in den vier Jahren passiert ist, vor ihm verheimlicht hat um ihn zu schützen, ist Tyson allem anderen gegenüber eher wie blind gewesen. In der Hinsicht ist er halt wie sein Bruder. Das Offensichtliche ist ihm ein Rätsel und vollkommen nicht erkennbar. So sieht er nicht, dass Dominic ihn liebt, mehr als nur wie einen Bruder oder besten Freund. Als Tyson sich bei seiner Highschoolabschlussrede geoutet hatte, war es für Dominic wie ein Licht am Horizont. Doch dann ging alles schief, was nur schief gehen konnte. Jetzt ist Tyson wieder da, aber dennoch hat sich nichts zum Besseren gewendet oder bestehen Chancen darauf. Corey gibt aber dennoch nicht auf, denn wie auch alle anderen, sieht er, dass die beiden nun mal zusammen gehören. Dass es dann erst einen gemeinsamen Trip quer durch die Wüste zu einer Dragqueen, eine Übernachtung in einem Fetischverließ und Geschichten über einen homophoben Papageien braucht, damit die beiden sich endlich näher kommen und küssen, hätte man sich bei Bärs kleinem Bruder eigentlich denken können, oder nicht? Auf ihrem Heimweg machen Dominic und Tyson aber noch einen Umweg. Tyson muss, um sich und Dominic eine Zukunft aufbauen zu können, mit seiner Vergangenheit abschließen. Um einen Besuch bei seiner Mutter kommt er dabei aus seiner Sicht nicht drum herum. Vor Ort begegnet er auch seiner kleinen Halbschwester, Izzie. Dass seine Mutter sich in all den Jahren nicht geändert hat, ist schrecklich, aber dass sie dadurch erneut ein Kind mit versaut, ist umso übler. Wobei die kleine Izzie bis jetzt auch keine Hilfe oder Unterstützung hat, so wie Tyson sie mit Bär hatte und umgekehrt. Tyson verspricht ihr, sie niemals zu vergessen und dass sie jederzeit zu ihm kommen könnte, wenn sie einmal Hilfe braucht. Schweren Herzens aber dennoch ein wenig erleichtert, macht Tyson sich auf den Rückweg, Dom an seiner Seite wissend. Die beiden kommen sich näher und schmieden Pläne für die Zukunft. Tyson ist aber noch nicht ganz fertig und lässt noch einmal eine Bombe platzen. Er will alleine zurück ans College, um sein Studium zu beenden. Er will und muss es sich beweisen, dass er es auch alleine schafft. Den Kontakt behält er bei, wären sie alle doch nur eine Ablenkung für ihn, wenn sie direkt bei ihm wären. Er läuft also nicht wieder davon, sondern braucht einfach nur eine Chance, diesen letzten ihn belastenden Kampf alleine auszutragen. Und wie könnte es anders sein? Natürlich haben wir wieder ein Happy End. Es wurde auch langsam Zeit, dass der Junge jemanden findet, bei dem er ganz er selbst sein kann. Jemanden, der ihn versteht und für ihn da ist, wenn der Tag mal wieder mies war. Dom ist perfekt für ihn. Die beiden sind unvermeidlich. Und beide haben sich und ihr Happy End total verdient.

Was ich gut fand, war, dass es diesmal aus Tys Sicht war und auch Teile aus ihrer Vergangenheit mit einbezogen hat, die man so aus seiner Sicht ganz anders wahr nimmt. Und mal ehrlich, er ist echt eine kleine Kopie von Bär, zwar mit mehr im Kopf, aber was soziale Fähigkeiten und vor allem seine Blindheit Gefühlen gegenüber angeht…Manchmal will man die beiden einfach nur schütteln und dann knuddeln!! Sie haben ihr Glück direkt vor der Nase und wirklich jeder einzelne andere kann es sehen….nur die beiden nicht. Dass man dann immer etwas nachhelfen muss, da bewundert man die Menschen drum herum für ihre Geduld und möchte kleine Fleißbienchen verteilen.

Tys innere und tiefste Gedanken zu erfahren, war schon heftig und sehr bewegend. Solche Gefühle und Gedanken sollten Kinder und Jugendliche in seinem Alter niemals haben müssen. Mit Bärs und Otters Hilfe und der ihrer ungewöhnlichen Familie, hält der Junge sich zwar auf der Spur, aber dass auch irgendwann mal Grenzen erreicht sind… Es ist teilweise wirklich bewundernswert, wie mutig Ty sich durchs Leben kämpft und schlägt, anders kann man es gar nicht bezeichnen. Als er dann einsieht, dass er nur voran kommt, wenn er mit seiner Vergangenheit, sprich seiner Mutter abschließt, bricht es einem fast das Herz. Auch als er ihr dann gegenübersteht, am liebsten hätte ich ihr mal ordentlich den Marsch geblasen, diese Frau bringt mich einfach zur Weißglut. Die arme Izzie. Aber vielleicht hören wir von der kleinen Maus ja im nächsten Buch? Dass auch Bär und Otter in diesem Buch nicht zu kurz kommen, ist grandios. Zusammen mit Anna und Creed und dem kleinen JJ, einfach toll. Man erwartet geradezu ein solches Familienessen, bei dem Bär leicht neurotisch Monologe hält. Der Kinderwunsch der beiden war ja schon im zweiten Buch ansatzweise zu erkennen, dass sie ihn jetzt auch umsetzen wollen, find ich super. Lauter kleine Bärenotter auf die man sich freuen kann! Aber auch die Hingabe und den Beschützerinstinkt, vor allem von Bär, ist immer noch herzerwärmend und lässt einen Tränen in die Augen steigen. Ty ist nicht allein und alle wissen, dass er die Kraft hat, wieder auf seinen Weg zurück zu finden. Und Ty hat sich sein glückliches Happy End mit Dom an seiner Seite nun wirklich redlich verdient! Kurzum ein wirklich tolles Buch, eine klasse Fortsetzung, teilweise etwas langatmig, aber dennoch absolut lesenswert. Man kann diese Familie auch einfach nicht vergessen und ich hoffe, bald mehr von ihnen lesen zu können.

 

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REZENSION: „FAMILIENPLANUNG, ARTENSCHUTZ INBEGRIFFEN“

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TITEL: Familienplanung, Artenschutz inbegriffen
TITEL ORIGINAL: Who we are
AUTOR: Tj Klune
UEBERSETZER: Teresa Simons

HERAUSGEBER: Dreamspinner Press

COVERDESIGN: Paul Richmond
GENRE: Zeitgenössisch
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Nein
PREIS: 6,357 € (Amazon), $6.99 (Dreamspinner Press)
SEITENZAHL: 471 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 04. November 2014

 

KLAPPENTEXT: Fortsetzung zu Bär, Otter und der Junge
Bär, Otter und der Junge haben den Sommer heil überstanden. Sie sind in die grüne Monstrosität gezogen und Bär war endlich in der Lage, dem Mann, der ihn vor sich selbst gerettet hat, seine Liebe zu gestehen.
Doch das war noch nicht das Ende ihrer Geschichte – wie könnte es das auch sein?
Unsere Jungs müssen herausfinden, dass durch ihr Zusammensein noch lange nicht alle Probleme gelöst worden sind. Da ist immer noch der Kampf um das Sorgerecht für den Jungen. Die Rückkehr von Otters Eltern. Das erste Mal in einer Schwulenbar. Der Junge geht zum Therapeuten und Mrs. Paquinn beschließt, dass Bigfoot wirklich existiert. Anna und Creed machen … was auch immer Anna und Creed eben machen. Außerdem erwarten uns neu entdeckte Eifersucht, die Rückkehr alter Feinde, schlechte Gedichte und misanthropische Möwen. Währenddessen versucht Bär, das Handeln seiner Mutter zu verstehen, indem er sich mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit auseinandersetzt. Was er dabei herausfindet, wird sein Leben von Grund auf verändern und ihm klarmachen, was ihm bisher gefehlt hat.
Unsere Familie besteht nicht zwingend aus unseren Blutsverwandten. Sie besteht aus den Menschen, die uns lieben. Aus den Menschen, die uns zu sein erlauben, wie wir sind.

 

AnneUnd es geht weiter mit Bär, Otter und dem Jungen! Wer kann denn auch nicht genug von ihnen bekommen?! Die drei sind nach dem ereignisreichen Sommer in die grüne Monstrosität gezogen und freuen sich auf ein halbwegs normales Leben zu dritt…
Otters Eltern sind zurück aus ihrem langen Urlaub und laden die Drei zu einem Familienessen ein. Bär verfällt, genau wie Otter, leicht in Panik. Bis auf ihre Freunde Creed, Anna und Mrs Paquinn, weiß doch noch keiner, dass sie ein Paar sind, geschweige denn zusammen wohnen. Aber Bär will stark für Otter sein und hinter ihm stehen, und fasst den Entschluss, es Otters Eltern zu sagen. Sie wissen, dass Geheimnisse voreinander zu haben, nur zu noch größeren Schwierigkeiten führen kann. Also, mit ein bisschen (mehr) Wein und seinem eigenen kleinen Cheerleader an gewissenhafter innerer Stimme, platzt Bär an der Tafel direkt damit heraus, zum Schock aller Anwesenden. Man hört in dem Moment regelrecht, wie alle den Atem anhalten und spürt die geschockten Blicke auf einem selbst. Aber anders kennen wir unseren Bär ja gar nicht, immer frisch von der Leber weg, egal was sein loses Mundwerk damit anrichten könnte. Dass er damit ein Geständnis aus Creed herauslockt, der ihm beichtet, dass er doch derjenige sein sollte und sein will, mit dem Bär diese Intimität und enge Bindung teilen sollte, überrascht einen doch schon etwas. Nachdem Otter beruhigt wurde, bevor er seinen kleinen Bruder vor ihren Eltern lyncht und auch Anna nicht mehr daran denkt ihren Freund einen Kopf kürzer zu machen, ist allen auch klar, was Creed meinte. Er ist der beste Freund und „Bruder“ von Bär und musste diesen Platz nun für seinen großen Bruder räumen. Aber Bär wäre nicht Bär, wenn er diese Situation nicht mit seiner emotionalen (leicht betrunkenen) Seite und einer etwas merkwürdigen und sehr, sehr langen Umarmung wieder ins Lot bekommen würde. Sie sind nun mal eine Familie und gehören zusammen, da bleibt keiner auf der Strecke…auch wenn Creed sich jetzt gelegentlich anhören muss, dass er mit seinem besten Freund in die Kiste will. Und dass es so viele Bezeichnungen für Koitus gibt…ein Familienessen bei den Thompsons muss man wohl mal selber miterlebt haben!
Der Kampf ums Sorgerecht für Tyson ist im vollen Gange. Um den Anforderungen des Gerichts gerecht zu werden, müssen oder sollten die Drei an einer Therapie teilnehmen, damit beurteilt werden kann, ob Tyson auch wirklich gut bei Otter und Bär aufgehoben ist. Dass Otter von vornherein total mit in den Prozess einbezogen wird, ist klasse. Sie sind eine kleine Familie, zeigen es auch und halten zusammen. Bär erfährt bei der Therapie mehr über sich und dass er es nicht als Opfer sieht, was er für sich und seinen kleinen Bruder all die Jahre getan hat. Er liebt seinen Bruder und will für ihn da sein, egal was es kosten mag. Otter dabei an seiner Seite zu wissen und auch mal die Zügel an ihn abzugeben, ist ein weiterer gewaltiger Schritt für Bär und er weiß, dass er nicht mehr allein ist und es sich auch trauen kann, sich einmal anzulehnen. Die Angst des Verlustes ist noch immer präsent und ein ständiger Begleiter. Was würde er tun, wenn man ihm Tyson wegnimmt oder Otter wieder nach L.A. gehen würde? Es würde ihn zerbrechen. Genau das gleiche gilt für Tyson oder Otter, wenn auch nur einer aus dem Trio gehen würde, gewollt oder unfreiwillig, es würde die anderen beiden regelrecht zerstören.
Als Tyson nach und nach begreift, dass Bär auch endlich einmal anfängt zu leben, wird er unruhiger. Bär geht wieder zum College, will einen Wochenendtrip mit Otter und dessen Freunden in eine Schwulenbar machen und Tyson fühlt sich immer mehr von Bär abgenabelt. Wann wird er Tyson verlassen, weil er genug von ihm hat, so wie es ihre Mutter getan hat? Dass der Junge diese Gedanken hat, ist verständlich, aber zerreißt einem auch das Herz. Als Bär die Nachricht von Tyson bekommt, dass er am Boden zerstört ist, zögern Bär und Otter nicht, so schnell es geht von ihrem Ausflug wieder nach Hause zu fahren. Auch wenn Tyson nach außen hin der selbstbewusste starke Kerl ist, ist er dennoch noch ein kleiner neunjähriger Junge, der den größten Mist seines Lebens hinter sich hat, der mehr als nur ein paar Ängste und kleine Narben auf seiner zarten Seele hinterlassen hat. Ihn so zu sehen und auch sein Geständnis zu hören, dass er einfach Angst hat, zerbrach mir das Herz. Bär und den Jungen sollte man nicht trennen und so hofft und bangt man mit ihnen.
Dass aber auch Tyson aus sich heraus kommt und einen neuen besten Freund hat, Dominic, versetzt Bär zunächst in Schrecken. Der Junge wird halt älter und langsam erwachsener, was es nicht einfacher macht für Bär, ihn auch gehen zu lassen.
Als man dann denkt, das Buch ist, bis auf ein oder zwei Szenen, doch eher seicht und Friede, Freude, Eierkuchen…tja, Pech gehabt. Es muss ja noch eine Art Finale her. Und das hat es in sich. Ich kam ja aus dem weinen gar nicht mehr raus, sei es aus Trauer oder solchen freudigen „awww-Momenten“. Und welche Rolle dabei ein Autounfall, Bärs und Tysons Mutter, ein Windstoß zur rechten Zeit und eine misanthropische Möwe spielen, verrate ich euch lieber nicht, das würde ja die Spannung nehmen.
Kurzum, „Familienplanung, Artenschutz inbegriffen“ ist eine unglaublich schöne Fortsetzung und ebenfalls nahezu ein Muss, wer wissen will, wie es mit Bär, Otter und dem Jungen weitergeht. Ich finde es klasse, dass Bär sich mehr mit sich selbst beschäftigt und sich darüber klar wird, dass er nun mal doch schwul ist, und das nicht nur für Otter. Dass er dabei aber überhaupt nicht will, seine neu gefundene Sexualität auszuprobieren und mit anderen zu experimentieren, überrascht einen nicht. Er liebt Otter einfach zu sehr, um sich und auch ihm so etwas überhaupt vorzustellen oder zuzumuten. Allein der Gedanke daran, macht sie rasend vor Eifersucht und Wut. Das lässt einem das Herz ein wenig aufgehen. Als Bär dann notgedrungen feststellen muss, dass er des Öfteren als „der Starke“ gilt und alle soweit zusammenhält, will er es erst nicht wahrhaben. Er ist nicht stark. Betrachtet er allerdings einmal sein Leben bis in die Gegenwart, wüsste er es. Wer würde so ein Leben unter einer solchen sogenannten Mutter und der Erziehung des wahrscheinlich klügsten neunjährigen und angehenden Ökoterroristen, standhalten, wenn er nicht einen Funken Stärke in sich hätte. Bär ist auch für mich einer der stärksten Menschen. Dass er dann auch lernt endlich einmal selber zu leben und die Führung auch mal abzugeben an Otter, macht ihn daher noch bewundernswerter. Das ist auch ein Zeichen von Stärke. Als er dann verzweifelt an Otters Seite sitzt und ihn geradezu anfleht, endlich wieder zu ihm zurück zu kommen, dass er nicht mehr der Starke sein möchte, verdammt, ich hab geflennt wie ein Baby. Aber genau diese manchmal etwas übertriebenen, aber dennoch realistisch wirkenden Situationen und Darstellungen, sind einfach unglaublich schön und klasse umgesetzt. Man weiß nicht, ob man schreien, lachen, fluchen oder jemanden schütteln möchte. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle mit den wohl sympathischsten Jungs überhaupt, ist die Sache jedoch total wert und macht einen süchtig nach mehr. Ich kann den dritten Teil kaum erwarten!!

infinito 5e

REZENSION: „BAR OTTER UND DER JUNGE“ von TJ Klune

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TITEL: Bär, Otter und der Junge
TITEL ORIGINAL: Bear, Otter and the kid
AUTOR: TJ Klune
UEBERSETZER:  Christina Zimmermann

HERAUSGEBER: Dreamspinner Press

COVERDESIGN: Paul Richmond
GENRE: Zeitgenössisch
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Nein
PREIS:  6,30€ (Amazon), $6.99 (Dreamspinner Press)
SEITENZAHL: 467 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 03. September 2013

 

KLAPPENTEXT:  Drei Jahre zuvor hat sich Bär McKennas Mutter mit ihrem neuen Freund aus dem Staub gemacht – wohin, weiß niemand. Damit war Bär gezwungen, seinen sechsjährigen Bruder Tyson, besser bekannt als `der Junge`, allein aufzuziehen. Seitdem haben sie sich irgendwie durchgeschlagen. Doch da Bär sein ganzes Leben dem Jungen widmet, bleibt ihm nicht allzu viel Zeit für sein eigenes. Außer ein paar wenigen Ausnahmen hat er sich von der Welt zurückgezogen, aber das ist durchaus okay für ihn. Bis Otter nach Hause kommt.

Otter ist der ältere Bruder von Bärs bestem Freund. Und wie fast ihr ganzes Leben zuvor und ohne das Bär es wahrhaben wollte, sprühen zwischen ihnen wieder heftig die Funken. Nur, dass es diesmal keine Möglichkeit gibt, vor den tiefen Gefühlen zwischen ihnen zu fliehen. Bär glaubt noch immer, dass sein Platz an der Seite des Jungen ist, doch er kann nicht anders, als immer wieder darüber nachzudenken, ob es auf dieser Welt auch etwas für ihn geben könnte… etwas oder jemanden.

AnneDieses Buch hat mich einfach nur umgehauen. Es ist bewegend auf jede nur sich vorzustellende Art und Weise. Dabei ist es in keinster Weise oberflächlich oder eine 08/15 Romanze über ein Coming out. Die Schreibweise ist einfach gehalten und man liest sich sehr schnell ein. Dass die Erzählweise des Protagonisten, Derrick alias Bär, den Leser regelrecht mit einbezieht und einem wie in einem gemütlichen Gespräch unter vier Augen seine Geschichte näherbringt, ist einfach fantastisch. Man ist gleich gefangen und fühlt sich behaglich und lauscht gespannt seiner herzzerreißenden, gefühlvollen und bewegenden aber dennoch humorvollen Geschichte..

Als Bär eines Tages nach Hause kommt bricht für ihn eine Welt zusammen. Seine Mutter hat ihn und seinen fünf Jahre alten Bruder einfach zurückgelassen, sein ganzes fürs College gespartes Geld mitgenommen und hat sich mit ihrem aktuellen Lover aus dem Staub gemacht. Gerade achtzehn geworden, sieht er sich mit der geballten Realität des Erwachsenwerdens konfrontiert, als er nun die alleinige Verantwortung für Tyson übernehmen muss. Aber so allein ist er auch nicht. Sein bester Freund Creed, dessen großer Bruder Oliver (alias Otter) und seine Freundin Anna stehen ihm zur Seite. Seine Collegepläne über den Haufen werfend, verspricht er sich selbst, alles für seinen geliebten kleinen Bruder zu tun, was er nur kann. Dass der kleine Ty (alias der Junge) da manchmal erwachsener wirkt als sein großer Bruder, ist zum einen recht unterhaltsam und komisch, zeigt aber auch, dass Ty viel mehr mitbekommt, als ihm gelegentlich guttut und dass er ein verdammt cleverer kleiner Kerl ist. Zwischen Otter und Bär schwebt immer etwas Unausgesprochenes und nicht direkt greifbares. Als Bär in einer alkoholvernebelten Nacht Otter küsst, scheint alles was sie sich wieder mühsam aufgebaut hatten, wie ein Kartenhaus zusammen zu fallen. Otter macht sich aus dem Staub, obwohl er versprochen hatte, immer für Bär und den Jungen da zu sein. Bär ist am Boden zerstört und der Junge verliert das letzte bisschen Vertrauen, dass ihm noch geblieben ist. Sie rappeln sich auf und machen weiter. Nach drei Jahren kommt Otter allerdings nach Hause und alles ändert sich. Bär weiß, dass Otter schwul ist und schon immer war. Er versteht nur seine eigenen Gefühle nicht, die er für ihn zu hegen scheint. Er ist blind für alles, was Gefühle betrifft und für alle anderen offensichtlich scheint, vor allem für den Jungen. Er ist doch nicht schwul? Als auch Anna endlich begreift, was mit Bär los zu sein scheint, trennt sie sich schweren Herzens von ihm und ruft Otter an, damit der sich um Bär kümmert. Sie kommen sich näher und Otter erklärt ihm, warum er gehen musste. Bär ist gerührt und gibt seinen Gefühlen endlich eine Chance sich zu entfalten und aus ihrem dunklen Versteck zu kommen. Wie Otter sich um ihn kümmert und ihm Zeit lässt, sich daran zu gewöhnen, ist rührend und wunderschön. Sie können nicht ohne einander, aber dennoch hat Bär Angst, sich jemand anderem zu offenbaren. Er kann nicht schwul sein, denn andere Männer interessieren ihn nicht oder wirken ansprechend auf ihn. Kann man nur für einen Mann schwul sein? Er hat nicht nur Angst davor, ein Label aufgedrückt zu bekommen sondern auch, dass er Otter nicht verdient. Er verdient es nicht, glücklich zu sein oder jemanden zu haben, der ihn liebt. Otter versucht ihm jedes Mal das Gegenteil zu beweisen, wie auch der Junge ihm ständig eine Predigt hält, Bär brauche auch jemanden, der sich um ihn kümmert. Als Bär Otter endlich seine Liebe gesteht, scheint alles perfekt. Jetzt müssen sie ihre Beziehung nur noch Otters kleinem Bruder und Bärs bestem Freund, Creed, und Anna erzählen. Aber wie es nun mal in jedem Leben so ist, wenn es zu perfekt läuft, hat die Sache einen Haken. Und dieser taucht in Form von Bärs und Tys Mutter auf. Dass sie aus heiterem Himmel plötzlich vor der Tür steht, schockt nicht nur Bär und Co. sondern auch den Leser bis ins Mark. Als Bär sie vor Wut konfrontiert, was sie wolle und sie wieder dahin verschwinden soll, wo sie hergekommen ist, wird aus der weinerlichen, um Vergebung bittenden Versagerin von einer Mutter plötzlich ein hinterlistiges kaltherziges Biest. Sie erpresst Bär damit, er soll sich von seinem sogenannten Freund trennen, sonst würde sie Ty mitnehmen. Sie hat schließlich keine elende Schwuchtel großgezogen, die sich versündigt. Bär ist entsetzt und stinksauer. Er hat alles getan, um für seinen kleinen Bruder da zu sein und jetzt taucht diese anmaßende Frau auf und bricht ihre heile Welt in Stücke. Bär muss sich entscheiden, die erste wahre Liebe seines Lebens, ohne die er nicht mehr er selbst sein würde und ohne die er zerbrechen wird oder sein über alles geliebter kleiner Bruder, den er geschworen hatte, immer zu beschützen. Bär tut das einzig logische für ihn und trennt sich von Otter. Dass er seinen geliebten Otter damit vollkommen zerbricht, sieht er durch seinen eigenen sturmverhangenen Schleier nicht mehr. Er zerbricht selbst daran, bis ihn Ty durch einen kleinen Schockmoment daran erinnert, dass es nicht nur sie beide gibt in dieser Familie. Familie ist wirklich nicht nur auf das Blut beschränkt. Gemeinsam mit Creed, Anna und ihrer liebreizenden Nachbarin, Mrs Paquinn, stricken sie einen Plan, der Bär seinen Otter wieder zurück bringen soll und dafür sorgt, dass Ty bei Bär bleiben kann. Als dann auch noch Otters Ex auftaucht bevor Bär ihn zurück gewinnen kann, scheint alles verloren für Bär und er droht in seiner Trauer und Verzweiflung zu ertrinken. Wie könnte jemand wie er auch Glück verdient haben, geschweige denn jemanden, der ihn liebt? Ty ist sein Anker und erdet ihn….und er tritt ihm in den Hintern, wenn es sein muss. Kann er Bär aber auch überzeugen, sich erneut auf Otter einzulassen?

Die Beziehung und Dynamik der beiden Brüder ist mehr als harmonisch, man merkt sofort, dass es im eigentlichen nur sie beide gibt. Sie sind aufeinander eingespielt und kennen den anderen in und auswendig. Dass Ty dann auch noch ein kleiner überschlauer Kopf ist und Bär hin und wieder vollkommen aus der Bahn wirft mit seinen Kommentaren oder Fragen, lockert die ganze Geschichte total auf. Man muss Ty einfach sofort liebhaben. Obwohl erst neun Jahre alt, wirkt er erfahrener als ihm manchmal gut tut oder man von ihm erwartet. Zum Teil ist es erschreckend, zeigt es doch, wie schnell er im Endeffekt erwachsen werden musste, nachdem ihre Mutter sie verlassen hatte. Bär wiederum ist auf seine etwas tölpelhafte Art was Gefühle angeht total zum knuddeln. Tiefere Gefühle haben bei ihm nicht wirklich Platz, da er der Meinung ist, sie nicht verdient zu haben. Außer seinen kleinen Bruder, wirkt seine Beziehung zu Anna eher oberflächlich. Nur Otter scheint das zu ändern. Er weckt in ihm Gefühle, die er nie gedacht hätte jemals zu fühlen und die ihm eine Heidenangst machen. Die vergleiche mit einem Meer, Wind oder gar einem Sturm und dem Gefühl zu ertrinken, die Bär stets zieht sind dabei sehr bildhaft und wirken regelrecht passend. Es hilft sein jeweiliges Dilemma anschaulicher rüberzubringen und auch so intensiv wahrzunehmen, wie Bär es gerade fühlt. Sein „Problem“, nicht wirklich zu realisieren, dass er einen Mann liebt, wird in keinster Weise übertrieben oder lapidar dargestellt. Der Zwiespalt, da er nie wirklich so intensiv gefühlt hat in seinem Leben, weil er sich alles verweigert hat, der Angst davor, sich darauf einzulassen, weil er daran zerbrechen könnte wenn es schief geht und dem innigen Wunsch, einfach nur gehalten zu werden und in Sicherheit zu sein, zerreißt einen beim Lesen selbst beinahe. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mich beim Lesen so hilflos gefühlt habe wie Bär oder den Drang verspürt habe, einfach loszulassen und zu Otter zu rennen und mich einfach nur in Sicherheit zu fühlen und zu wissen. Otters Erklärung, warum er gehen musste, ist berührend und bringt so einiges Licht ins Dunkel. Otter wollte Bär und sich selbst auch Zeit geben, aber nach einem weiteren Zusammentreffen weiß Otter, dass es das Beste ist, Bär gehen zu lassen, obwohl er ihn so sehr liebt. Er beginnt neu zu leben und beginnt sogar eine Beziehung, doch nichts bringt ihn dazu, Bär zu vergessen. Sein Leben bestand bisher aus dem Kampf um Bär und den kann und will er nicht aufgeben. Bär ist gerührt, und ich war es auch. Die beiden dann zusammen zu sehen ist einfach magisch. Otter und Bär gehören einfach zusammen. Als dann nur noch der kleine Schubs von Ty fehlt, ein romantisches Dinner vorzubereiten, damit Bär Otter endlich seine Liebe gesteht ist unbezahlbar. Dass das langwierig vorbereitete Date dann auch noch in die Hose geht, macht gar nichts, da Bär seinem Otter endlich versichert, dass er ihn liebt. Alles scheint wirklich perfekt, bis dieses Miststück an Mutter von Bär und Ty urplötzlich wieder auftaucht. Ich hätte ihr ja an die Gurgel gehen können!! Ich habe meinen Kindle regelrecht angeschrien, wie sie es nur wagen kann. Dass Bär gezwungenermaßen auf ihre Erpressung eingeht…man kann es ihm einerseits nicht verübeln. Andererseits…er braucht einen kleinen Schock, um endlich zu begreifen, dass er nicht allein und seine wahre Familie stets um ihn herum ist. An dieser Stelle wollte ich mich spontan seinem Embargo der emotionalen Ausbrüche anschließen. Ab einem gewissen Punkt kommt man um die Tränen nicht mehr rum. Der entwickelte Plan der zusammen gewürfelten Familie ist großartig und zeigt von ihrem Kampfgeist. Als dann aber Otters Ex auftaucht, bin ich ja fast aus der Haut gefahren. Bärs Totalzusammenbruch hat mich ebenfalls kalt erwischt und ich hab nur noch wimmernd gehofft, dass doch sein Leidensweg endlich mal ein Ende hat und er sein wohlverdientes Happy End bekommt. Ob er es allerdings bekommt oder nicht, verrate ich nicht. Alles in allem ist „Bär, Otter und der Junge“ ein tolles Buch, das man nur empfehlen kann und für alle TJ Klune Fans ist es eh ein Muss. Ich freu mich schon auf den zweiten Teil, in dem es Neues von Bär, Otter, dem Jungen und ihrer Familie gibt. Wer kommt mit?

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REZENSION: „KUESS MICH BULLE“ von K.C. Burn

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TITEL: Küss mich, Bulle – Toronto Tales 1
TITEL ORIGINAL: Cop out
AUTOR: KC Burn
UEBERSETZER: Teresa Simons

HERAUSGEBER: Dreamspinner Press

COVERDESIGN: Reese Dante
GENRE: Zeitgenössisch
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Nein
PREIS: 5,29€ (Amazon), $6.99 (Dreamspinner Press)
SEITENZAHL: 170 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 02. Juni 2015

 

KLAPPENTEXT: Eigentlich ist Detective Kurt O’Donnell daran gewöhnt, die Geheimnisse anderer Menschen zu ergründen. Doch als er herausfindet, dass sein bei einem Einsatz verunglückter Partner mit einem Mann zusammenlebte, ist er erschüttert. Da er trotzdem das Richtige tun möchte, bietet er dem trauernden Davy seine Unterstützung an. Davy über seinen Verlust hinwegzuhelfen, macht es Kurt leichter, seine eigenen Schuldgefühle zu verarbeiten, denn er fühlt sich für das mangelnde Vertrauen seines Partners verantwortlich. Zu Kurts Überraschung entwickelt sich aus der anfänglichen Verpflichtung bald die engste Freundschaft seines Lebens.

Seine wachsende Zuneigung zu Davy verunsichert Kurt und lässt ihn schließlich seine Sexualität in Frage stellen, als plötzlich ein leidenschaftlicher Moment, für den eigentlich keiner der beiden Männer bereit ist, ihre Welt noch heftiger ins Wanken bringt. Für eine Beziehung mit Davy müsste Kurt sich outen, fürchtet jedoch um seine Arbeitsstelle und seine katholische Familie. Kann er das alles wirklich riskieren, um sich auf eine unsichere Zukunft mit einem noch trauernden Mann einzulassen?

AnneMit „Küss mich Cop“ ist KC Burne ein wundervoller Start einer Serie gelungen. Was am Anfang ein wenig düster beginnt und einem gleich einen kleinen Dämpfer verpasst, entwickelt sich aber im Laufe der Geschichte zu einer unglaublich schönen und gefühlvollen Achterbahnfahrt der Gefühle, die mit dem Wunsch eines Happy Ends gespickt ist.

Kurt ist ein junger Cop, der bei einem Einsatz seinen Partner, Ben, verliert. Selber schwer verletzt, versucht er mit dem Verlust seines Mentors und Freundes klar zu kommen. Auf der Beerdigung lernt er die wenigen Verwandten seines Partners kennen und fühlt sich gleich schuldig, dass nicht er es war, der ihnen die traurige Nachricht übermittelt hat. Er will es wieder gut machen und nimmt sich vor, für die Hinterbliebenen da zu sein und ihnen zu helfen. Was er nicht erwartet, ist, dass sein Partner mehr von sich geheim gehalten zu haben scheint, als Kurt angenommen hatte. Als ein von Trauer übermannter junger Mann ihm die Tür öffnet, ist er zunächst geschockt. Er fühlt sich verraten, dass Ben ihm einen so entscheidenden Teil seines Lebens verheimlicht hat. Doch Davy zu helfen und für ihn da zu sein, tut er nicht nur aus seinem Ehrgefühl heraus, der junge Mann berührt etwas in Kurt, von dem er anfangs noch nicht genau weiß, wie er damit umgehen soll.

Davy, total in seiner Trauer gefangen, wehrt sich zunächst noch gegen die unfreiwillige Hilfe, lässt aber nach und nach seine um sich errichtete Mauer fallen und akzeptiert Kurts Hartnäckigkeit und Unterstützung. Er lebt sehr zurückgezogen und ist sehr zurückhaltend und schüchtern. Dass Kurt sich daher immer mit etwas Nachdruck bei ihm ins Leben drängen „muss“ ist manchmal nahezu herzzerreißend, aber dennoch liebevoll mit anzusehen. Kurt schubst ihn sozusagen immer mal wieder zurück in den normalen Alltagsablauf und hilft ihm seine Trauer nach und nach zu verarbeiten und ihn in der Spur zu halten. Je mehr Zeit Kurt mit Davy verbringt, und das ist schon nicht wenig, desto mehr erfährt er, wie geheimnistuerisch, hart und unnachgiebig Ben war. Wie sehr er Davy unterdrückt und regelrecht eingesperrt und ihn vor der Außenwelt versteckt hat, macht einen als Leser selber rasend vor Wut und öffnet einem das Herz noch mehr für den lieben Davy. Mit Kurt an seiner Seite blüht Davy nahezu auf. Er ist wieder fröhlicher, umgänglicher und lebt zusehends auf. Zwischen den beiden entwickelt sich eine wundervolle Freundschaft.

Als Kurt dann aber mehr als nur Freundschaft für Davy zu empfinden scheint, verwirrt es ihn umso mehr. Hat er sich etwa in Davy verliebt? Aber wie soll das gehen, er ist doch gar nicht schwul und an Männern interessiert. Oder?

Kurt und Davy sind einfach umwerfend und man muss sie beide umgehend ins Herz schließen. Kurts selbstlose Unterstützung ist unglaublich, weckt Davys anfänglicher Zustand doch selbst die Helferinstinkte in einem. Wie grausam ein Mensch sein kann, nur damit niemand sein Geheimnis in Form einer angeblich geliebten Person herausfindet, hat mich manchmal echt rasend gemacht. Der arme Davy. Gut, es ist teils verständlich, weil der Polizistenberuf nicht unbedingt das schwulenfreundlichste Umfeld besitzt, das man sich manchmal wünscht. Aber seinen Lebenspartner derartig zu unterdrücken und vor wirklich allem und jedem zu verstecken, ist mehr als ungerecht. Das Kurt diese Wut auch immer mal wieder zeigt und sich mit noch mehr Hingabe um Davy kümmert ist daher nachvollziehbar und herzerwärmend. Die beiden verbindet mehr als nur eine Freundschaft, was beide aber noch nicht sehen wollen oder können, da sie jeweils noch in ihrer Trauer fest stecken und einfach noch nicht soweit sind. Als Davy sich dann nach einem unerwarteten Stelldichein alle Verbindungen zu Kurt abbricht, ist Kurt am Boden. Gerade hat er seine wahren Gefühle entdeckt, muss er sie schon wieder unterdrücken, um nicht den Verstand und den Rest seines Herzens zu verlieren, der Davys Verlust aus seinem täglichen Alltag mit sich bringt. Seine Bemühungen, ständig in Kontakt mit Davy treten zu wollen in Form der wöchentlichen SMS oder einer einzelnen Rose am Valentinstag sind hoffnungslos romantisch aber auch verzweifelt. Kurt kann verstehen, dass Davy nie wieder einfach nur ein dreckiges kleines Geheimnis oder eine Affäre sein will. Eine zehn Jahre andauernde Beziehung der Art reicht und würde er das Davy auch niemals wieder antun wollen. Kurt muss endlich einsehen und sich eingestehen, wer er wirklich ist. Der erste Schritt ist, sich seiner katholischen irischen Großfamilie zu offenbaren und ihnen zu sagen, dass er einen Mann liebt, der ihn wahrscheinlich nicht mehr in seinem Leben haben will. Wird er den Mut finden und sich seinen tiefsten Gefühlen und Ängsten stellen? Kann er Davy zurück gewinnen und ihn davon überzeugen, dass er ihn wirklich liebt und nicht verstecken wird?

Ein wirklich toller Auftakt einer Serie und wirklich empfehlenswert. Es lohnt sich auf jeden Fall sich auf Kurt und Davys Geschichte einzulassen und sich neben sie zu setzten bei ihrer Achterbahnfahrt der Gefühle.

 

infinito 5e

REZENSION: „NUR EINE KLEINIGKEIT“ von Piper Vaughn and M.J. O’Shea

OneSmallThingDELG

TITEL: Nur Eine Kleinigkeit
TITEL ORIGINAL: One small thing
AUTOR: Piper Vaughn and M.J. O’Shea
UEBERSETZER: Teresa Simons

HERAUSGEBER: Dreamspinner Press

COVERDESIGN: L.C. Chase
GENRE: Zeitgenössisch
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Nein
PREIS: 5,29€ (Amazon), $6.99 (Dreamspinner Press)
SEITENZAHL: 219 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 25. März 2014

 

KLAPPENTEXT: Rue Murray wollte niemals „Daddy“ genannt werden, aber er hatte ja auch nie vorgehabt, mit einer Frau zu schlafen. Jetzt ist er der unabsichtliche Vater eines Mädchens namens Alice. Mit seinem Job als Barkeeper und seinem Kosmetologiestudium bleibt Rue eigentlich keine Zeit für Babys, doch er kann seine Tochter einfach nicht aufgeben. Leider scheitern seine Versuche einen Babysitter zu finden kläglich und er denkt schon darüber nach, sein Studium abzubrechen, als ihm sein zurückgezogen lebender, neuer Nachbar Erik einfällt.

Erik Van Nuys ist ein neurotischer Science-Fiction-Autor, der Menschen nicht besonders mag und Babys schon gar nicht. Da sich seine Bücher jedoch immer schlechter verkaufen, könnte er das Geld gut gebrauchen. So kommt es, dass er widerstrebend die Rolle der „Manny“ übernimmt – und noch viel widerstrebender große Zuneigung für Alice und ihren Vater mit seiner schillernden Persönlichkeit entwickelt.
Auch wenn Rue und Erik so verschieden sind, wie es zwei Menschen nur sein können, und Alice auf diesem ungewöhnlichen Weg zu ihm fand, ist Rue mit den beiden so glücklich wie nie zuvor. Bis sich ihm plötzlich die Chance bietet, sich seinen Lebenstraum zu erfüllen, und er sich für eines entscheiden muss: die Zukunft, die er sich immer gewünscht hat – oder die unerwartete Familie.

AnneUnglaublich süße, bewegende und romantische Geschichte. Sobald man sich in das Buch stürzt, ist man sofort gefesselt. Alle Protagonisten sind total liebenswert und man schließt sie umgehend ins Herz.Da hätten wir zum einen Rue, den eher extrovertierten, nahezu schillernden jungen Mann, der nach einer Nacht im Vollrausch plötzlich sein Leben umkrempeln muss, um sich um seine kleine neugeborene Tochter kümmern zu können. Dass er sich sofort dazu entschließt, das Sorgerecht zu übernehmen, damit sie sich nicht ungewollt fühlt und von Behörden „herumgereicht“ wird, ist verdammt mutig und lässt ihn einem direkt ins Herz schließen. Neben der Uni und einem ziemlich anstrengenden Job in einem Schwulenclub, ist Rue ziemlich ausgelastet und sucht nach einer Tagesstätte oder Nanny. Dass er diese dann in seinem eher schüchternen Nachbarn findet, glaubt er erst selber nicht so recht. Auftritt Erik.

Erik ist ein liebenswerter, netter, sehr zurückgezogen lebender Kerl. Nachdem er aus seiner bisherigen Wohnung ausziehen musste, ist er der neue Nachbar von Rue. Er tut sich recht schwer mit Veränderungen und alles neue, seien es Umgebungen oder Menschen, machen ihm anfangs eher Angst und ihn sehr nervös. Er hadert erst noch, die Verantwortung für ein Baby zu übernehmen, entschließt sich dann aber doch, Rue zu helfen. Dass die kleine Alice den großen schüchternen Knuddelbären sofort lieb zu haben scheint ist einfach nur verdammt süß und herzerwärmend. Wenn man sich dann auch noch vorstellt, wie die beiden entspannt auf dem Sofa lümmeln oder sich Star Wars ansehen…man möchte sich regelrecht daneben kuscheln.

Zwischen Rue, dessen besten Freund Dustin und Erik entwickelt sich langsam eine feste Freundschaft und man kann sie auch als eine bunt zusammengewürfelte Familie betrachten. Rue fühlt sich sichtlich wohl mit seinem neuen Leben und will seine kleine Alice gar nicht mehr missen…genau wie Erik. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Romanze, die Erik anfangs aber nur schwer begreift, da ihm derartige Gefühle eher fremd sind und ihm auch eine heidenangst einjagen. Zu sehen, wie sie sich dann aber dennoch näher kommen, immer mehr Vertrauen fassen und sich mehr und mehr dem anderen öffnen ist wunderschön und atemberaubend. Gelegentlich treibt es einem schon die Tränen in die Augen, egal ob vor Freude oder Wut oder Trauer. Als Rue dann auch noch eine Chance geboten bekommt, sich seinen sehnlichsten Traum zu erfüllen, hält man gespannt den Atem an. Wie wird er sich entscheiden? Wird er seinen Traum aufgeben und bei seinem neu gefundenen Glück und seiner kleinen Familie bleiben? Wie wird Erik diese Veränderung aufnehmen? Kann er seine Ängste überwinden und noch einmal mit dem Mann neu anfangen, den er lieben gelernt hat?

Dieses Buch ist einfach nur empfehlenswert! Kaum dass man es angefangen hat, kann man es auch nicht mehr weglegen. Diese Männer und ihre kleine Prinzessin kriechen einem so unter die Haut und mitten ins Herz, man will sie gar nicht verlassen und einfach nur als glückliche Familie sehen.

Wohlverdiente 5 von 5 Sternen!!

infinito 5e

REZENSION: „HAUTNAH – AN DEINER SEITE“ von Francisca Dwaine

Hautana

TITEL: Hautnah – an deiner Seite
AUTOR: Francisca Dwaine

HERAUSGEBER:

COVERDESIGN: Francisca Dwaine
GENRE: Zeitgenössisch
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Ja
PREIS:3,99€  ebook, 10,99€  Taschenbuch
SEITENZAHL:258 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 25 Juni 2015
KLAPPENTEXT: Jason will nur eines sein: ein erfolgreicher Lektor in Chicago. Leider wird er gerade dem Autor zugeteilt, der ihn nach einem One-Night-Stand aus seiner Wohnung geworfen hat.Christian Heart ist ein echter Mistkerl, doch leider hat er auch noch eine andere Seite, eine verletzliche. Seit sein Freund vor zwei Jahren gestorben ist, verdrängt er seinen Kummer mit Alkohol und Sex.
Als dann auch noch ein übereifriger Lektor in Christians Leben tritt, der ihn mit allen Mitteln zum Schreiben bringen will, denkt er, er hätte nur ein weiteres Spielzeug gefunden.
Aber Jason wird mehr für ihn. Mehr als er jemals erwartet hätte.
Dieser homoerotische Roman enthält explizite Sexszenen und ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet.
AnneUnglaublich bewegende, düstere aber auch romantische Geschichte.
Schon nach den ersten paar Seiten war ich total gefangen und konnte nur schwer wieder aufhören zu lesen. Jasons und auch Christians Gefühle sind vollkommen realistisch dargestellt und man kann gar nicht anders, als mit zu fühlen und mit zu fiebern. Gelegentlich wollte ich Christian einfach nur durchschütteln oder mit dem Kopf voran in die nächste Backsteinmauer rammen….naja…aber Jason, so liebenswert wie er nun mal ist, bleibt hartnäckig, bis auch er seine Grenzen erreicht.
Wird Christian sich zusammenreißen und endlich die Augen aufmachen und sehen, was ihm da entgeht?
Ich habe dem Ende regelrecht entgegen gefiebert, im positiven Sinne natürlich, schließlich wollte ich ja sehen, ob die beiden ihr erhofftes und wirklich verdammt hart erarbeitetes Happy End kriegen oder nicht. „Hautnah“ ist wirklich empfehlenswert!!
infinito 5e

*** BREAKING NEWS ***

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Heute beginnen wir bei Drei Bücher über dem Regenbogen unser neues Projekt. Unser italienischer Blog „Tre Libri sopra il cielo“ vergrößert sich und hat nun auch einen deutschen Blog. Wir hoffen, immer vorne mit dabei zu sein, um euch Rezensionen, Vorstellungen neuer Bücher und Autoren, Neuveröffentlichungen und noch viel mehr bieten zu können, die euch, liebe Leser, sehr interessieren könnten. Hoffentlich gefällt euch, was wir euch hier bei Drei Bücher über dem Regenbogen  näherbringen und vorstellen. Wir sind eine freundlicher und sehr nette kleine Gruppe, also kommt ruhig vorbei und seht euch um, vielleicht schenkt ihr uns auch ein „like“. Wir würden uns auch sehr freuen, von euch zu hören, auch wenn es negative Kommentare sein sollten. Wir sind hier, um zu wachsen, jedes Feedback wird uns dabei helfen, der beste internationale Blog für M/M Romance zu werden. Wir hoffen bald von euch zu hören.

 

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