REZENSION: „Befreiung – Vier sind einer zu viel: Der dritte Fall von Kommissar Bahr mit Eifer“ von Marco Harnisch

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TITEL: Befreiung – Vier sind einer zu viel: Der dritte Fall von Kommissar Bahr mit Eifer
AUTOR: Marco Harnisch

HERAUSGEBER: Selbstverlag

COVERDESIGN: Marco Harnisch
GENRE: Zeitgenössisch, Gay-Mystery-Crime
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Ja
PREIS: 3,99€ (ebook)
SEITENZAHL: 133 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 11. März 2016

 

KLAPPENTEXT: Ein Mordfall, bei dem die Gesetze der Physik ausgehebelt wurden, bringt Nick auf die Spur eines weiteren Mitglieds seiner Blutlinie. Der Mann kann ihm Antworten liefern. Mehr noch, er drängt Nick und seinen Onkel dazu, mit ihm gemeinsam die vierte und letzte Stufe der mysteriösen Gabe zu entfesseln. Wird sich Nick fügen, obwohl er herausgefunden hat, dass der Mann eiskalt über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen und er auch weiß, wessen Tod als nächstes geplant ist? Schließlich besagen die alten Texte unmissverständlich:
Vier sind einer zu viel.
Während Nick versucht, das blutige Ende aus seiner Vision abzuwenden, ringt der sonst so kühle und zielstrebige Andreas Bahr mit seinen lang unterdrückten Gefühlen. Diese wollen sich Bahn brechen und drohen, die gesamte Operation zu gefährden.
Ausgestattet mit einer Berg- und Talfahrt aus Gefühlen, gespickt mit prickelnder Erotik und begleitet von ungeahnten Wendungen, spitzt sich das Verwirrspiel um Nicolas Eifer, Andreas Bahr und der mysteriösen Gabe weiter zu.

AnneEndlich hat das Sehnen nach dem dritten Teil dieser Serie ein Ende. Der süße Nick, der schnuckelige Patrick und der heiße Andreas sind zurück und haben diesmal auch ein paar klärende Antworten mit im Gepäck. Band 3 der Kommissar Bahr mit Eifer Reihe geht auch gleich wieder verdammt spannend los und lässt nichts anbrennen. Der Leser ist sofort wieder mittendrin in der Geschichte, ohne das Gefühl zu haben, man hätte etwas verpasst. Dieses sofortige wieder eintauchen können  und gleich wieder hautnah im Geschehen  mit dabei zu sein, hat mir u.a. mit am meisten gefallen. Die Details und alle roten Fäden der Story harmonieren perfekt, so dass hier wirklich alle offenen Fragen zu Nick, seinem Onkel Berti sowie ihrer Gabe aufgegriffen werden und endlich Licht in die Sache gebracht wird. Aber auch Nicolas selber kommt seinem persönlichen Ziel einen Schritt näher. Nach diesem euphorischen Durchbruch wäre ich wahrscheinlich auch wie ein Känguru auf Red Bull in meinem Büro rumgehopst. Wie er jetzt endlich nach dem ganzen um einander herum geschleiche auf ihn zu geht und… Nee, ich sag’s nicht, das müsst ihr selber rausfinden. Mir ist regelrecht die Kinnlade runter geklappt und ich wollte fast in meinen Reader krabbeln, um sicher zu gehen, dass ich mich auch wirklich nicht verlesen habe! Nur der Gedanke an das Sofa lässt meine Gedanken schon wieder…ähm…okay, weiter im Text! Kurz gesagt ist „Befreiung – Vier sind einer zu viel“ nicht nur sehr spannend, mit so einigen Wendungen, die euch näher an den Reader rutschen lassen vor Staunen, nein, es wird auch verdammt sexy. Nimmt man dann noch die witzigen Wortgefechte und blöden Kommentare dazu, haben wir hier einfach die perfekte Mischung, sag ich euch! Der dritte Fall von Bahr mit Eifer hat es also gewaltig in sich, auch wenn diesmal keine nervenaufreibende Jagd nach einem Mörder das Hauptthema ist, was ich auch nicht weiter schlimm finde und mich sogar freut, weil so das Hauptaugenmerk wirklich auf Nick und Andreas gerichtet ist. Der mysteriöse Todesfall ist zwar mit ausschlaggebend für den weiteren Verlauf, doch eher anders, als man anfangs vielleicht denken mag. Schließlich offenbart sich hier dadurch noch eine weitere kleine Wendung, die einfach nur unglaublich ist. Auf diese Antworten wartet der Leser ja schon seit dem ersten Buch heiß und innig, na gut, ich zumindest, aber ich wurde überhaupt nicht enttäuscht! Lasst euch also in den dritten Fall des heißen Dreigestirns hineinziehen, ihr werdet eure Freude dran haben und es nicht bereuen, glaubt mir!

infinito 5e

REZENSION: „Sag mir, dass es wahr ist“ von TJ Klune

 

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TITEL: Sag mir, dass es wahr ist
TITEL ORIGINAL: Tell me it’s real
AUTOR: TJ Klune
UEBERSETZER: Anna Doe

HERAUSGEBER: Dreamspinner Press

COVERDESIGN: Reese Dante
GENRE: Zeitgenössisch
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Nein
PREIS:  5,90€ (Amazon), $6.99 (Dreamspinner Press)
SEITENZAHL: 477 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 20. Januar 2015

 

KLAPPENTEXT: Glaubt ihr an Liebe auf den ersten Blick?
Paul Auster jedenfalls glaubt nicht daran. Er glaubt überhaupt nicht viel. Er ist dreißig Jahre alt, hat leichtes Übergewicht, und seine bemerkenswertesten Eigenschaften sind sein bissiger Humor und die bildhaften Zitate, mit denen er das Leben um ihn herum kommentiert. Seine besten Freunde sind ein zweibeiniger Hund namens Wheels und eine halbschizophrene Dragqueen namens Helena Handbasket. Er hat einen Bürojob ohne Aufstiegschancen, und wenn der homophobe Papagei seiner Großmutter ihn noch ein einziges Mal beleidigt, dreht er dem Biest den Hals um.
Dann betritt Vince Taylor die Szene.
Vince ist alles das, was Paul nicht ist: Sexy, selbstbewusst, und dümmer als das sprichwörtliche Bohnenstroh. Aus unerfindlichen Gründen ist Vince hinter Paul her. Wahrscheinlich will er ihn nur vorführen, denn dass ein Mann wie Vince tatsächlich an jemandem wie Paul interessiert ist, glaubt doch kein Mensch.
Aber als Paul Vince mit dem Auto anfährt – vollkommen unbeabsichtigt, mehr als fahrlässiger Totschlag wäre es nicht gewesen – lernt er, Vince in einem neuen Licht zu sehen. Nichts kann ihn davon abhalten, an Vince zu glauben. Nichts, außer ihm selbst. Und das ist ein nahezu unüberwindliches Hindernis für Paul. Dann wird Vince’ Familie von einem Schicksalsschlag getroffen. Paul muss seine vorgefasste Meinung über sich selbst aufgeben und über seinen eigenen Schatten springen, um an der Seite des Mannes zu stehen, der ihn für perfekt hält, so wie er ist.

Anne

Ein Buch von TJ Klune ist mittlerweile zu einem must-have bei mir geworden. Ich kann einfach nicht widerstehen, denn ich weiß genau, dass das neue Buch genauso umwerfend fantastisch sein wird, wenn nicht sogar besser, als die bisherigen. Man wird wirklich nie enttäuscht.

Die Ich-Perspektive und der wieder eindeutig einzigartige Schreibstil vom Autor sind sagenhaft und man hat dadurch noch mehr Spaß am Lesen. Man fühlt sich gleich als Teil dieser verrückten, aber liebenswerten Familie der Protagonisten und kann von diesen verdammt genialen Wortgefechten, die sie austragen, gar nicht genug bekommen. Teilweise kam ich aus dem Lachen gar nicht mehr raus.

Aber nun zur Geschichte, denn eines lernt man hier auch ganz schnell: leg dich niemals, unter gar keinen Umständen mit einer Queen an! Helena ist zum einen respekteinflößend (na gut, sie jagt einem schon gelegentlich auch Angst ein!), aber gleichzeitig auch jemand, den man superdringend zu seinen besten Freunden zählen möchte. Ich liebe sie einfach! Als Helena/Sandy ist sie/er, der beste Freund vom süß-schusseligen Paul. Paul ist goldig und wenn man erst einmal weiß, wie bei ihm das Oberstübchen tickt, dann mag man ihn gleich noch mehr. Als sich dann aber der wahrscheinlich heißeste Kerl überhaupt in ihn verguckt und sich für ihn interessiert, kann er das nicht glauben. Denn niemand verguckt sich in jemanden wie Paul. Tja, bis auf den süßen Vince. Und der ist wirklich eine Augenweide und ein Leckerbissen, und dazu total verknallt in Paul. Paul ist schon immer unsicher und extrem schüchtern, daher glaubt er Vince nicht mit seinen Absichten, anfangs zumindest. Freddie-Prince-Junioring, ich muss immer noch grinsen und leise lachen. Man merkt schnell, dass der liebe Paul sich so ziemlich selbst im Weg steht. Aber mit einer Familie wie Pauls an seiner Seite als Unterstützung, sprich: eine Drag Queen a.k.a. bester Freund, ein zweibeiniger Hund, ein paar übereifriger Eltern samt Großmutter und ein homophober Papagei. Was kann da schon schief gehen?

Das Buch ist einfach nur klasse und wundervoll. Wie Vince sich so hartnäckig um Paul bemüht und ihn damit auch aus seinem Schneckenhaus lockt, man kann nicht aufhören zu lesen. Und auch wie Paul immer selbstsicherer und mutiger wird, sobald ihm seine wahren Gefühle klar werden. Sie mögen einander so wie sie sind, ohne wenn und aber. Das Vertrauen, das sie sich unterbewusst schon langsam halbwegs schenken, bis…es ist total romantisch. Man will einfach, dass es mit den beiden klappt. Typisch zu den humoristischen Slapstickeinlagen, den doppeldeutigen Wortduellen und den süßen romantischen aww-Momenten, geht es auch hier um tiefgründigere Gefühle, also habt auch ein paar Taschentücher mit dabei.

Es ist damit die perfekte Mischung und halt ein weiterer typischer Klune. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.

infinito 5e

REZENSION: „Strawberry Kiss“ von A.C. Lelis

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TITEL: Strawberry Kiss
AUTOR: A.C. Lelis

HERAUSGEBER: Cursed Verlag

COVERDESIGN: Marek Purzycki
GENRE: Zeitgenössisch
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Ja
PREIS: 7,99€ (ebook) 12,95€ (Taschenbuch)
SEITENZAHL: 368 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 13. März 2014

 

KLAPPENTEXT: Als erfolgreicher Anwalt will Henrik sich keine Blöße geben und hält seine Schwächen fest unter Verschluss. Nur beim Tanzen kann er aus den harten Grenzen seines Jobs ausbrechen. Doch was passiert, wenn er keine klaren Grenzen mehr ziehen kann? Wenn alles droht, sich zu vermischen? Denn Choreograph Julian verkörpert alles, was Henrik so strikt aus seinem Leben ausklammert: Hingabe, Leidenschaft und Gefühle, die Henrik nicht zulassen kann…

Anne

Der Titel an sich und auch der Klappentext haben mich wirklich neugierig auf mehr gemacht. Nach einigen „Startschwierigkeiten“ habe ich das Buch letztendlich auch durchlesen können, und wurde dabei auch gelegentlich positiv überrascht oder umgehauen. Die Intensität, mit der die beiden Protagonisten immer wieder aufeinander treffen, ist schon magisch, wirkt mit der Zeit aber auch etwas in die Länge gezogen. Versteht mich nicht falsch, ich fand es immer wieder aufregend, spannend und auch sexy, wenn die zwei Sturköpfe, Julian und Henrik mal wieder aneinander gerieten. Ich weiß auch, dass die zwei ihre jeweilige Zeit brauchten, um mit ihren inneren Konflikten ins Reine zu kommen, aber manchmal wirkte es auf mich einfach kläglich zäh wie Kaugummi. Ich liebe Julian und seine Frohnatur genauso wie Henrik und seine kühle Art. Allein für sich genommen, merkt man, dass ihnen das gewisse etwas und ein wenig Pepp fehlen. Und das finden sie unübersehbar in dem jeweils anderen. Nur sind sie, und da vor allem Henrik, zu blind und auch zu ängstlich, um es endlich einzusehen. Von der ersten Begegnung, über ihren Kampf um und mit dem anderen, aber hauptsächlich mit den eigenen Gefühlen, bis hin zum Ende, ist „Strawberry Kiss“ dennoch gut aufgebaut und lebhaft erzählt. Mir gefielen die jeweiligen Ich-Perspektiven in den verschiedenen Kapiteln, man fühlte sich gleich viel besser integriert und versteht die Sichtweisen von Julian und Henrik gleich besser. Alles in allem ist das Buch also lesenswert und ich würde es auch jedem weiter empfehlen. Mein Fall ist es nicht so ganz, aber vielleicht hat es mich nur auf dem falschen Fuß erwischt. Eventuell würde ich es auch in einem ruhigen Moment noch einmal lesen, die zwei haben mich doch ein wenig beeindruckt. Die nächsten Teile der Serie werde ich mit dennoch auch nicht entgehen lassen. Euch wünsche ich aber erst einmal viel Spaß mit Julian und Henrik.

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