REZENSION: „DUETT“ von Eden Winters

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TITEL: Duett
TITEL ORIGINAL: Duet
AUTOR: Eden Winters
UEBERSETZER: Alina Becker

HERAUSGEBER: Dreamspinner Press

COVERDESIGN: Anne Cain
GENRE:Romantik, Historie/Europäische Vergangenheit, Drama, Paranormal, Geist
E-BOOK: Ja
PRINTAUSGABE: Nein
PREIS: 5,14€ (Amazon), 6,99€ (Dreamspinner Press)
SEITENZAHL: 215 Seiten
VEROFFENTLICHTAM: 23. August 2016

 

KLAPPENTEXT: Auch nicht die Anordnungen der englischen Eroberer können Aillil Callaghan von seinem schottischen Erbe trennen. Er trägt die verbotenen Farben seines Clans mit Stolz und erwartet den Tag, an dem er zum Clan-Oberhaupt ernannt wird, um den guten Namen seiner Familie wieder herzustellen und darum zu kämpfen, Schottland von der Tyrannei der Engländer zu befreien. Ein Engländer in seinem Haus? Ein Gräuel! Doch der Hauslehrer, den sein Vater für Aillils jüngere Brüder angeheuert hat, kann auch dem Callaghan-Erben noch etwas beibringen.

Der Violinist und Gelehrte Malcolm Byerly floh einst voller Angst aus Kent und suchte nichts mehr, als eine ruhige Stelle, kluge Köpfe zum Unterrichten und niemanden, der seine Geheimnisse aufdecken würde. Doch er hatte nicht mit dem Engländer hassenden Barbaren eines älteren Bruders seiner Schützlinge gerechnet, oder damit, dass sich unter rot-grünem Karomuster eine verwandte Seele verbergen könnte. Die geteilte Liebe zur Musik reißt die Mauer zwischen ihren beiden verschiedenen Welten ein.

Aillils Vater gefährdet ihre Liebe, aber ein viel gefährlicherer Feind reißt sie schließlich auseinander. Sie verschwinden in die schottischen Legenden.

Zwei Jahrhunderte später kommt der Konzertviolinist Billy Byerly im Callaghan-Schloss an – und fühlt sich seltsamerweise sofort zu Hause. Die Legenden erzählen von einem verschwundenen Lord, der die Burg heimsucht und darauf wartet, dass sein Liebster zu ihm zurückkehrt. Billy glaubt nicht an Legenden, Geister oder eine Liebe, die ein Leben überdauern kann.

Aber der „Verschwundene Lord“ weiß, was er will.

Anne

Was historische oder auch nur historisch angehauchte Romane angeht, bin ich ja immer etwas vorsichtig. Man weiß ja nie, ob, auch wenn der Klappentext sehr interessant klingt, man nicht in eine reine Geschichtsstunde rasselt und die eigentliche Handlung und das Hauptaugenmerk auf die Protagonisten ein wenig darin untergeht. Aber Eden Winters hat in Duett genau die richtige Mischung gefunden! Zum einen spielt die Handlung in Schottland, was schon der erste Grund war, dem Buch wenigstens eine Chance zu geben. Ich liebe Schottland, die Landschaft, die Legenden, Geschichten und den Mythos; es ist einfach traumhaft. Und dann die beiden Protagonisten, Malcolm und Aillil, die beiden sind einfach klasse. An die Grimmigkeit von Aillil muss man sich erst einmal gewöhnen, aber wenn man dann weiß, was dahinter steckt, schließt man ihn schnell ins Herz und kann sich für ihn erwärmen. Zu Malcolm findet man sofort einen Draht und muss ihn umgehend mögen. Seine sanfte Seite und die Leidenschaft für seinen Beruf sind bewundernswert. Wenn man dann auch noch liest, wie geduldig er mit seinen Schülern ist, und selbst dem mürrischen großen Bruder noch was beibringen kann, den Mann kann man nur bewundernd anhimmeln. Die Chemie zwischen Malcolm und Aillil entwickelt sich langsam, was ich wiederum auch sehr gut finde. Die Zeiten erlauben eine gleichgeschlechtliche Beziehung oder Liebe nicht, da ist Vorsicht walten zu lassen. Da Malcolm aber auch schon die Konsequenzen aus so einer Zusammenkunft miterleben durfte, ist er sogar noch vorsichtiger, was ihn irgendwie noch liebenswerter erscheinen lässt. Aber Aillil lässt sich nicht so leicht abwickeln und bemüht sich sehr um seinen kleinen Fuchs. Dass ihre zarte Liebe in der Vergangenheit so ein trauriges Ende nehmen muss, hat mich wirklich sehr bewegt. Das Buch ist so gut geschrieben, man fühlt regelrecht mit und wird mit hineingezogen in die Handlung. Und dann ist man auch noch hautnah dabei, wie eine schottische Legende entsteht, da Aillil nicht ohne seinen Malcolm leben möchte und sich daraufhin verzaubern lässt. Anders kann man es nicht sagen. Aillils Beharrlichkeit, seine große Liebe wieder zu finden, ist Herz zerreißend und so verdammt romantisch. Okay, vielleicht spricht hier auch der hoffnungslose Romantiker aus mir, aber ich konnte dieses Buch nicht eher aus der Hand legen, ehe ich wusste, ob die beiden sich in einem späteren Leben wieder finden. Und hey, wer findet die Idee, dass eine Liebe zwischen zwei Menschen so stark sein kann, dass sie selbst Generation um Generation überdauert nicht auch total romantisch? Ich werde nicht verraten wie es ausgeht, aber haltet zur Not ein paar Taschentücher bereit. Ich kann euch Duett nur empfehlen, ich fand es wirklich, wirklich toll! Und so ein heißer Schotte im Kilt hat doch was…
Ihr werdet von Aillil und Malcolm so schnell nicht mehr los kommen, das verspreche ich euch, also los, worauf wartet ihr noch?

infinito 5e